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Mehr als 20 Jugendliche folgten der Einladung


(Foto: Büsra Isik)

(bi) Bürgermeister Peter Reichert hatte vorgestern zum "Runden Tisch Jugendbeteiligung", einer Form von kommunaler Jugendvertretung, ins Rathaus eingeladen. Zu den Top vier zählten hauptsächlich die Themen „Einstellung der Polizei gegenüber Jugendlichen in Eberbach“ sowie „Aufenthaltssituation Bahnhof“, wobei beide Themen an diesem Abend im Rahmen der Diskussion auch als ein einziges zusammengefasst werden konnten.

Bürgermeister Reichert zeigte sich begeistert angesichts der Tatsache, dass der "Runde Tisch" im Ratssaal bis auf den letzten Platz besetzt war. Mehr als 20 Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren waren der Einladung der Stadtverwaltung gefolgt, die meisten von ihnen sind regelmäßige Besucher des JuZ. Mit ihnen zusammen kamen die mobilen Jugendarbeiter des Postillion e.V., Sandra Smentek und Moritz Limprecht. Die Vertrauenslehrerin der Gemeinschaftsschule Eberbach, Vanessa Bani, besuchte die Veranstaltung gemeinsam mit den SMV-Vertretern der Schule. Für die Stadtverwaltung nahmen Anke Steck, Birgit Exner und Robin Uhrig teil, der Gemeinderat war durch Lothar Jost (AGL) und Michael Schulz (CDU) vertreten.

Mit den Jugendlichen zusammen diskutierten an diesem Abend auch Gerd Lipponer, Revierleiter des Eberbacher Polizeireviers, dessen Stellvertreter Klaus Großkinsky und Bernd Grimm, Jugendsachbearbeiter der Polizei Eberbach. Sie waren dem Wunsch der Jugendlichen nachgekommen, über die aktuelle Entwicklung zwischen Eberbacher Jugendlichen und der ortsansässigen Polizei zu sprechen. Seit einigen Vorfällen in diesem Jahr sei eine deutliche Zunahme von Personenkontrollen und ein gewisses aggressives Verhalten seitens der Gesetzeshüter im Bezug auf die Teenager zu beobachten. Diese fühlten sich dadurch „alle über einen Kamm geschert“ und als „von vornherein abgestempelt“ aufgrund ihres Umfeldes oder der Örtlichkeit, wo sie sich gerade befänden, obwohl sie gar nichts Schlimmes täten, so eine Teilnehmerin des Runden Tisches. Lipponer zeigte Verständnis dafür, dass die Jugendlichen oftmals nicht nachvollziehen könnten, wer, warum, wann und wo kontrolliert werde. Doch die Polizei habe vom Gesetzgeber ganz klare Vorschriften, was Jugendschutz und auch Prävention anginge. Vor dem Hintergrund, dass sich beispielsweise am Bahnhof Personen aufhielten, die eventuell gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen, übermäßig Alkohol konsumierten oder auch vor Diebstahl nicht zurückschreckten, sind personenbezogene Kontrollen sehr wohl angebracht. Dabei ginge es nicht ausschließlich darum, eventuelle Wiederholungstäter dingfest zu machen, sondern eben auch präventiv vorzugehen. Hier versuche man, den Jugendlichen klarzumachen, dass sie unter Umständen Gefahren ausgesetzt sind und ein Eingreifen der Polizei sowie das Feststellen der Personalien unumgänglich ist. Den Einwand des Mädchens, dass Jugendliche, die hierbei vielleicht an einem Wochenende von der Polizei ermahnt wurden, und dann am kommenden Wochenende selbst Hilfe bräuchten und sich von den Polizisten dann nicht ernstgenommen fühlten, widerlegte Lipponer. Es sei gesetzlich verboten, hier vorurteilsbehaftet zu sein. Vielmehr stünde der Mensch im Vordergrund und sollte dieser Hilfe benötigen, ist seine Vorgeschichte, seine Herkunft oder gar sein Aussehen nicht von Belangen. Ein anwesender Jugendlicher sah dies ein wenig anders, hatte Lipponer doch kurz zuvor selbst zugegeben, dass ein in Lederjacke gekleideter und mit Goldketten ausgestatteter Rocker abends im Dunkeln eher ein Kandidat für eine polizeiliche Personenkontrolle sei, als beispielsweise eine junge Frau oder ein gut gekleideter Rentner. Die Aussage eine der anwesenden Jugendlichen sorgte dann bei Bürgermeister Reichert ein wenig für Verwirrung. Sie sei bei einer unschönen Situation am Bahnhof dabei gewesen und konnte beobachten, wie die kontrollierten Jugendlichen den Polizisten auf der Nase herumtanzten und sich ihnen gegenüber danebenbenahmen. Die Polizisten jedoch seien sachlich und ruhig geblieben. Reichert konnte dies nicht nachvollziehen, sei man doch schließlich wegen anders klingender Aussagen eben an diesem Tisch zusammengekommen. Dennoch war diese Aussage eine wichtige für ihn, denn sie zeigte, dass man durchaus beide Seiten verstehen könne.

Ein weiterer Jugendlicher bemängelte die vielen Verkehrskontrollen, die die Eberbacher Gesetzeshüter durchführten. Selbst Erwachsene würden sich schon darüber ärgern und ihren Unmut offen kundtun. Klaus Großkinsky rechtfertigte die Kontrollen als klaren Überwachungsauftrag und präventive Maßnahme und verwies darauf, dass man immer wieder Probleme mit jungen Autofahrern in Eberbach hätte, die sich selbst und ihre Fahrweise überschätzten oder gar alkoholisiert Auto fuhren. Auch würde man verstärkt Senioren kontrollieren, die unsicher in ihren Fahrzeugen unterwegs seien.

Moritz Limprecht vom Postillion e. V. schlug vor, diese Art Gespräch und Austausch jährlich stattfinden zu lassen, denn man merke sehr deutlich, dass das gegenseitige Vertrauen verloren gegangen sei. Sowohl Peter Reichert als auch der Leiter des Eberbacher Polizeireviers, Gerd Lipponer, stimmten Limprecht hier zu.

Bernd Grimm gab zu Bedenken, dass das Polizeiverhalten ein anderes sei, wenn sich alle Beteiligten an geltende Regeln hielten, was Bürgermeister Reichert bestätigte. Angesichts der vielen, teils sehr hohen Kosten infolge von Vandalismus seien die Kontrollen durchaus angebracht. Das Wichtigste sei der gegenseitige Respekt. Gerd Lipponer betonte, dass die Polizei für alle als Helfer da sei.

Unter Tagesordnungspunkt drei wurde angesprochen, dass Interesse an Selbstverteidigungskursen sowie Erste-Hilfe-Kursen geäußert wurden. Die Jugendlichen würden sich über ein kostenfreies oder zumindest ein kostengünstigeres Angebot freuen. Sandra Smentek vom Postillion e.V. und Robin Uhrig von der Stadtverwaltung wollten dies zusammen erörtern. Auf die Frage nach juristischer Beratung für Jugendliche verwies die Stadtverwaltung auf die regelmäßig stattfindende kostenlose Rechtsberatung durch den Eberbacher Anwalt Thomas Kaschper hin.

Die Stadtverwaltung versprach, sich um in den Hintergrund geratene Themen zu kümmern, wie z. B. die Skateranlage am Neckarlauer. Ein junger Mann, der die Thematik angesprochen hatte, bot Hilfe an und bemängelte den Standort der Anlage. Zusammen mit der Stadt werde nun eine eventuelle Umverlegung der Anlage besprochen. Auch im Bezug auf die bestehende Biker Anlage am Schweizer Wehr wolle man auf Nachfrage aus der Runde den Faden wieder aufnehmen und die Sachlage prüfen, so der Bürgermeister.

Moritz Limprecht wollte wissen, wie der aktuelle Stand im Bezug auf neue Räumlichkeiten für das Eberbacher Jugendzentrum sei. Peter Reichert versicherte, dass man sich zwar bemühe, neue Räumlichkeiten zu finden, dies aber nicht so einfach sei. Momentan seien die Umbaumaßnahmen im JuZ in vollem Gange, und Robin Uhrig verwies darauf, dass diese bis in ca. drei Wochen beendet sein sollten. Anfang November gingen die JuZ-Besucher mit einem Video an die Öffentlichkeit (wir berichteten). Auf den Aufruf am Schluss des Videos, ob jemand ein Haus oder Räumlichkeiten anbieten könne, hatte sich bisher niemand gemeldet.

Als dann ein junges Mädchen auf einen Bericht des Eberbach-Channels aus dem Jahr 2005 verweist (wir berichteten), in dem es hieß, der Keller der Dr. Weiß Schule diene lediglich als Übergangslösung bis man in die Räumlichkeiten des Steige Schulzentrums umziehen könne, war der Bürgermeister sichtlich überrascht. Davon höre er hier zum ersten Mal. Die Frage, wieso hier keine alternativen Lösungen erzielt wurden, blieb somit weiter offen, man wolle aber am Thema dranbleiben, so Reichert.

Sandra Smentek äußerte ihrerseits Bedenken, dass nur auf Drängen der Jugendlichen die Umbaumaßnahmen so schnell begonnen hätten, was Reichert schnell verneinte. Diese Investition sei von Nöten gewesen und es sei gut investiertes Geld. Die Suche nach alternativen Räumlichkeiten ginge jedoch auf jeden Fall weiter, betonte der Bürgermeister.

Als letzter Punkt wurde dann noch der schlechte Zustand der Turnhalle des Steige Schulzentrums angemahnt. Diese sei in einem wörtlich ekligen Zustand und gerade jetzt im Winter sei es zudem furchtbar kalt in der Halle. Die Stadtverwaltung nahm auch diesen Punkt auf und versprach Klärung.

Abschließend äußerte sich Peter Reichert sehr positiv zum Verlauf dieses Runden Tisches und begrüßte die rege Beteiligung der Anwesenden. Er wünsche sich für den nächsten Termin, am 20. März, wieder eine so hohe Teilnehmerzahl, jedoch gerne mit einem breiter gefächerten Themenspektrum. Das Thema JuZ wolle man zwar nicht außer Acht lassen, doch man wolle auch auf andere Belange der Jugendlichen eingehen und sei daher froh über diverse Themenvorschläge und Anregungen aller Art.

13.12.18

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