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La-Re-Sol-Streichquartett begeisterte


(Foto: Wörner)

(hr) (khm) Im Braunschweiger Streichquartett La-Re-Sol (in romanischen Sprachen übliche Notenbezeichnungen des Mönchs Guido von Arezzo) musizierten Kana Sugimura, die - für Eberbach wohl erstmalig - papierlos aus Noten auf Tablet spielte, und Tsvetomir Tsankov (Violinen), Anna Szulc-Kapala (Viola), Jan Bauer (Violoncello) und dazu im Quintett der Klarinettist Frank Strauch am vergangenen Freitag bei den Eberbacher Kunstfreunden glanzvoll vor vollem Saal, wozu auch von Hartmut Quiring (Lehrer am HSG) zum Besuch motivierte Schüler sichtbar beitrugen.

Es gab Erläuterungen im Konzertverlauf, darunter eine des Ensemble-Namens: Die zwei Violinen bzw. Viola und Cello trugen Viersaitenbespannung: e - a (La) - d (Re) - g (Sol) bzw. a (La) - d (Re) - g (Sol) - c. Diese klangvolle La-Re-Sol- Besaitung konnte so als sinnbildliches Bindeglied für das ganze Quartett gelten.
Auf dem Programm standen Kammermusiken von Joseph Haydn, George Onslow, Samuel Barber und Carl Maria von Weber.

Haydn hatte im "Kaiser-Quartett" (Op. 76/3) Ecksätze mit kurzen Themen aufgebaut, die durch intensive Verarbeitung wirken sollten. Das Quartett beeindruckte daher nach der Exposition (Themenvorstellung) im Durchführungsteil des Kopfsatzes mit der Ausführung der rhythmisch und spieltechnisch so anspruchsvollen Partitur, die vornehmlich das Motiv: "G-ott E-rhalte F-ranz D-en C aesar” (Kaiser) enthielt. Die Musiker überzeugten, gut aufeinander eingespielt, auch im Menuett, dessen Robustheit sie von der sanften Liedhaftigkeit des Trios abhoben, und ebenso durch ein Prest(issim)o in dem durch seine Triolen so brillanten und stürmischen Finale, das die Virtuosität der Quartettisten sogleich aufzeigte. Besonderes interessierte sicher Haydns "Volcks Lied", die Habsburger Kaiserhymne, die - jeweils von einem der vier Instrumente vorgetragen - mit vier Variationen umspielt wurde. So war eine filigrane Duo-Variation zu hören und eine Moll-Variation, nuancenreich und fast im Stil eines Bachschen Choralsatzes.

Im Mittelteil des Konzerts mit den "Hymnen" erklang zunächst aus einem Quartett des anglo-französischen Komponisten George Onslow (op. 9/2), der vor allem Streichquartette und -quintette komponierte, dessen Variationen zur englische Königshymne "God save the King". Die vier Variationen über das choralartige Liedthema “Andante religioso” boten der Primgeigerin die Gelegenheit ihr hoch virtuoses Könnens zu zeigen, und erlaubten den anderen Quartettisten, musikantisch daran teilzunehmen, womit die Violin-Viola-Sechzehnteleinschübe (1. V.) und die durchlaufenden Arabesken von Violin-Zweiunddreißigsteln (2. V.) perfekt ausgeführt wurden. Nach der klangvollen und sich abhebenden Moll-Variation konnten alle Mitspieler zusammen sich virtuos entfalten in der Vereinigung zu einer prachtvollen, kanonartigen und fugierten Schlussvariation.

Beim postromantischen "Molto Adagio" aus Samuel Barbers Quartett op. 11, eigentlich einem kontrastierenden Quartett-Mittelsatz, wollte der Komponist das Hauptthema nur “expressiv cantando - eindrucksvoll singend” vorgetragen haben. Indes trat der Satz als "Adagio for Strings" einen Siegeszug um die Welt an. Die reizvolle Aufgabe, die originale, nur vierstimmige, strenge Streichquartettversion in ihrer feinen Struktur, harmonischen und schwebenden Sanftheit zu gestalten, dürfte den Ausführenden gut gelungen sein, wenn man ihrem Spielen der mehrfach wiederholten Hauptthematik mit wellenförmig sich hinauf- und hinabschraubenden Bewegungen zugehört hatte.

Vergangene Konzertreihen enthielten die Klarinettenquintette von Mozart, Brahms und Reger. Das “Quartett” aus berühmten Klarinettenquintetten vervollständigte jetzt das Opus 34 in B-Dur von Carl Maria von Weber, dem "Freischütz”-Komponisten. Das Kammerkonzert zeigte, dass dieser aber auch außerhalb des Opernbereichs komponierte, z. B. 25 Kammermusiken, und hierbei dieses Meisterwerk, wenn auch an ihm ausgesetzt wird, es sei allzu konzertmäßig und vernachlässige den Kammermusikstil. Auch wenn das Quintett eher ein Klarinettenkonzert mit Streichquartett sein sollte, wäre es doch "ein so schönes und praktisches Opus, das konzertanten Effekt ermöglichte, auch an Orten, wo kein Orchester ist" (Schwandt).
Die Qualitäten des Quintetts wurden hier herausgestellt. Im Kopfsatz konnte der Klarinettist nach einem Streicherklangteppich sich höchst virtuos entfalten und in Seitenthemen ausdrucksvolle Kantabilität zeigen, wozu die Streicher alles andere als nur Begleitung waren. In der “Fantasia” schwelgte die Klarinette in einer "Klarinettenarie", betonte kantable, aber auch dramatische Seiten am Schluss mit chromatischen Läufen vom “fortissimo” bis zum “pianpiano possibile”. Das Menuett samt ruhigem Trio - ansonsten eher ein wildes Scherzo - wurde kapriziös als entzückendes rhythmisches Kunststück vorgeführt mit hinreißenden Klarinettentriolen und zackigen Streichervierteln. Das Rondo-Finale war als “Allegro gioioso - lebhaft fröhlich”' musiziert mit seinem Galopprhythmus, zu dem brillante Klarinettenpassagen, aber auch Kantilenen traten. Mit einem kleinen Fugato verdeutlichten die Streicher auch hier, dass sie zu mehr als nur zur Begleitung taugten. Es bestätigte sich so: "In der musikalischen Literatur der Clarinette wird jedenfalls dies Quintett bleibend eine der hervorragendsten Stellen einnehmen" (Fr. W. Jäntsch,1871).

Zum Konzertschluss begeisterter Beifall und als Dankeszugabe des Quintetts gab es - auch um seinen Grundgedanken, den der kammermusikalischen Form von (National)hymnen, abzurunden - die Hymnen von Bulgarien ('Mila Rodino - Liebe Heimat') und Polen (Dombrowski-Marsch: “Noch ist Polen nicht verloren”), womit nun auf die Heimatländer aller Quintettmusiker Bulgarien, Deutschland, England, Polen und USA-Japan verwiesen war.

25.03.18

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