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FDP-Kandidat besucht Kirchliche Sozialstation


V. l.: Ute David, Karin Hemberger, Susanne Kochendörfer und Jens Brandenburg vor der Kirchlichen Sozialstation in Eberbach. (Foto: privat)

(bro) (jb) In Folge des demografischen Wandels steigt auch in Rhein-Neckar die Zahl pflegebedürftiger Menschen. Die Kirchliche Sozialstation Eberbach e. V. betreut in und um Eberbach über 200 Pflegebedürftige. Damit tragen die Pflegerinnen und Pfleger der diakonischen Einrichtung einen großen Anteil an der Bewältigung dieser Mammutaufgabe. Der FDP-Bundestagskandidat Dr. Jens Brandenburg sprach mit Vertretern der Sozialstation über die Pflegeversorgung vor Ort.

„Die fehlenden Pflegefachkräfte stellen uns vor akute Probleme in der Versorgung“, erläuterte der geschäftsführende Vorstand der Sozialstation Susanne Kochendörfer die Ausgangssituation. Sie sieht zahlreiche Gründe für das mangelnde Interesse junger Menschen an einer Arbeit im Pflegebereich: „Pflegerinnen und Pfleger erfahren insgesamt nicht genügend Anerkennung.“ Die müsse sich nicht nur im Gehalt der Pflegerinnen und Pfleger widerspiegeln. „Die Arbeit am Menschen ist unglaublich wichtig und anspruchsvoll. Das muss auch gesellschaftlich verstanden werden“, fuhr Kochendörfer fort. Als eine Maßnahme, um den Mangel an Pflegekräften zu entgegnen, unterstützt die Sozialstation Eberbach berufstätige Mütter beim Wiedereinstieg während und nach der Elternzeit. Ebenso werden entsprechende Teilzeittouren und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie angeboten.

Die Pflegerinnen und Pfleger sind in ihrer Arbeit einer hohen physischen und psychischen Belastung ausgesetzt. „Wenn sie bei Patienten z.B. die Körperpflege und Wundversorgung leisten, dürfen sie keine Berührungsängste haben. Auch der Umgang mit dem Tod, Krankheit und Einsamkeit fordert uns täglich“, meinte auch Karin Hemberger. Als Pflegedienstleiterin berichtete sie aber auch von den schönen Seiten des Berufs: „Unsere Patienten sind sehr dankbar für unsere Arbeit und wir erkennen oft Fortschritte. Das ist motiviert uns.“

Eine weitere Herausforderung erkannte Hemberger in der Zunahme der bürokratischen Anforderungen an das Pflegepersonal: „Wir verbringen einen hohen Anteil unserer Arbeitszeit mit der Dokumentation unserer Behandlungen.“ Diese Zeit fehle für die Betreuung der Patienten und erhöhe so auch den wirtschaftlichen Druck auf die Sozialstation, ergänzte Kochendörfer. Auch über den Ersatz für Fahrtkosten und -zeiten ärgerte sich die Geschäftsleiterin: „Die gesetzlich geregelte Wegepauschale deckt die tatsächlichen Kosten auf dem Land nicht ab.“

Zum Abschluss des Gesprächs gaben die Vertreterinnen der Sozialstation dem Bundestagskandidaten noch einen besonderen Wunsch mit. „Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie muss dringend erleichtert werden“, so Hemberger. Für die vielen Frauen im Pflegeberuf, auch in der Sozialstation Eberbach, sei dies entscheidend. Kochendörfer erklärte: „Nur mit flexiblen und bezahlbaren Kinderbetreuungsmöglichkeiten werden wir auch künftig hervorragend qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden können.“ Dafür will sich Brandenburg persönlich einsetzen. Von der Arbeit der Sozialstation zeigte er sich beeindruckt: „Ich bin zutiefst dankbar für die wichtige Arbeit, die Sie hier in Eberbach leisten. Wir brauchen mehr Fachkräfte in der Pflege. Auch die Politik muss Ihre anspruchsvolle Arbeit mit den Patienten endlich besser würdigen.“

13.09.17

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